Heute mal

wieder in gleitzeitgestempelter Mittagspause zu Fuss runter zum Wasser. Dabei Düsternbrooker Villen haufenweise tangiert. In Düsternbrook, sagen die Handwerker, wohnen die geizigsten Kieler.

Am Wasser einen radfahrenden Amtmann (Willi) getroffen, der heute nachmittag zum Schlittschuhlaufen will. Dann noch zwei Oberamtsräte gesehen und eine ganz dicke Dame in einem riesigen Pelz.

Dann die Krusenkoppel erklommen, viele Amseln und mehrere bunte, amselgroße Vielleichtdrosseln gesehen. Ein Kleiber kam den Baum runtergelaufen. Ein Specht war hörbar tätig.

Etliche Herren und Herrinnen waren mit ihren Hunden und Hündinnen zugange. Guten Tag sagt man sich in Düsternbrook nicht.

Der Rückweg unspektakulär aber sonnig. Der gelungene Abschluss, gewissermassen ein Paukenschlag, war dann der fällige Gang aufs Klo.

18 Gedanken zu „Heute mal“

  1. frage: wenn der klo-gang ein paukenschlag war, was ist dann – metaphorisch betrachtet – der blog-eintrag? vielleicht der nachhall der pauke? oder das senken des taktstocks? vielleicht das abschließen des konzerthallenseiteneingangs? oder die kritik, die am nächsten tag in der lokalzeitung steht?
    hmm.

  2. Der gelungene Abschluss, gewissermassen ein Paukenschlag, war dann der fällige Gang aufs Klo.

    Das versteh‘ ich nicht. Wieso ‚Gang aufs Klo‘ ? Ein Blick in Dein Büro verrät dem geneigten Leser, dass Du doch alles an Ort und Stelle hast. Siehe Beweisfoto …

  3. Ich habe schon immer die kühlen Klaren aus dem Norden sehr bewundert. Aber das ist ja nun wirklich progressiv gedacht. Ich vermute eine Gegenmaßnahme zur Verlängerung der Arbeitszeit im gehobenen Dienst?

  4. Da berichtet man arglos über einen Spaziergang, der durch mittäglichen Sonnenschein inspiriert ist und verschweigt als gewissenhafter Chronist nicht die organisch bedingten Folgen, die sich nach Bewegung einstellen – da stürzen sich ausnahmslos alle Rezipienten auf genau diesen scheinbar trivialen Vorgang.

    Die Reaktion der Sonne über Köln möchte ich noch als angemessen werten. Man verspürt dort am Rhein, dass die Intention des Verfassers ist, den quasi animalischen Vorgang auf eine höhere, wie richtig erkannt, metaphy- oder metaphorische Ebene zu heben. Die Autorin dieses Kommentars möchte sich, das ist offensichtlich, mit den Sinnfragen unserer Existenz auseinander setzen. Diese Vorschläge, den Sachverhalt intellektuell zu durchdringen, würde ich zu gerne aufgreifen.

    Leider kommen nun Uwe, mein notorischer Stammkommentator und leider auch Neo-Bazi, ein den Musen zugewandter Nestor aus einem Bezirk in Hamburg, in dem seit jeher Träumer und Abenteurer zu finden sind, mit dem niederschmetternden Verdacht, dass mein Arbeitsplatz mit der Kieler Kloake fest verrohrt ist!

    Ich protestiere hiermit tief enttäuscht und erwarte Satisfaktion. Mein Verbleib in den weltweiten Netzen, die die Welt bedeuten, hängt an einem seidenen Faden!

  5. Leider gelte ich in Ihren Kreisen als vorübergehend nicht satisfaktionsfähig, da mich meine Sekundanten bereits vor geraumer Zeit unter dem fadenscheinigen Vorwand der Ausbeutung bzw. Überlastung schmählich im Stich gelassen haben.
    Da ich die Stimulanz einer gesunden Drohung durchaus zu schätzen weiß, als Ausgleich in unserer Reihe 100 Meisterwerke der modernen Malerei das Folgende:

    Der Künstler nennt sein Werk ein Sittengemälde des 21. Jahrhunderts. Helle, glasklare Farben vermitteln neben dem darstellend-ornamentalen eine Symbolik sozialer Kälte. Der Betrachter fühlt sich veramselt, fast erdrosselt. Grußlos gehen die Beteiligten aneinander vorbei, ein Specht schlägt seinen schicksalhaften Takt, während ein Kleiber in absteigender Tendenz den Verlauf der konjunkturellen Gegenständlichkeit verdeutlicht.
    Im Bilde bewegen sich ausschließlich in vornehme Gewänder gehüllte Personen beiderlei Geschlechts übergeordneter Stellung in Begleitung ebensolcher Prachtexemplare aus der Welt der domestizierten Fauna. Die plastisch – haptisch dargestellten Gebäude gleichen uneinnehmbaren Festungen, wesenhaft die Fiktion des Künstlerischen vermittelnd.

    Die Betrachtung endet mit einem Paukenschlag, wie die 94. Symphonie in G-Dur von Joseph Haydn, die dieser allerdings in London und nicht in Düsterbrook ersann.

  6. Boahh! Der heimliche Marcel Reich-Ranitzki aus Hamburg hat zugeschlagen!

    Meine dürre Erzählúng aus Kiel-Düsternbrook wurde mit chirurgischer Präzision analysiert, ganz nebenbei auf die Ebene der großen Gemälde der Moderne transponiert und auf diese Weise über die weltliche Dimension empor gehoben.

    Der einfache erdgebundene Mensch nimmt dies mit Erstaunen wahr und erkennt, dass nur Erlauchte berufen sind, das Wahre und Große hinter dem Einfachen erkennen zu können.

    Satisfaktion erteilt!

    PS: Und was ist mit Uwe????

  7. Satisfaktion ?!?!?

    Satisfaktion bedeutet die Wiedergutmachung einer Beleidigung mit geeigneten Mitteln. Da hier aber keinesfalls eine Beleidigung vorliegt, wie mir mein juristischer Beistand glaubhaft versicherte, kannn auch keine Satisfaktion gewährt werden. Hinzu kommt, dass Satisfaktion nur im adligen und hochbürgerlichen Leben (also meinen Kreisen) betrieben wurde bzw. wird. Deine ehrgeizigen, ja ich möchte fast sagen krankhaften Versuche, Dich mit Schöngeistern wie Neo-Bazi oder sonneüberköln zu umgeben, erhebt Dich nicht automatisch in diesen unseren Stand. Wenn hier jemand Satisfaktion fordern kann, dann ganz alleine ich. Denn mich hast Du hier als Lügner hingestellt – trotz des Beweisfotos.
    Ich allerdings betrachte es unter meiner Würde, mich mit einem subalternen Staatsdiener zu duellieren! Sollten allerdings weitere beleidigende und haltlose Äußerungen von Dir hier im Blog über mich und meine Person erfolgen, sehe ich mich gezwungen, die Angelegenheit meinen Anwälten zu übergeben.

  8. Honi soit qui mal y pense

    steht auf dem Hosenbandorden, den wir in unserem Familienbesitz hüten. Uwe wird nicht verstehen, wie Leute unseres Schlages denken. Das macht aber auch nichts.

    Wir werden Dich, Uwe, weiter in unserer ehrenwerten Gesellschaft dulden!

    Ich persönlich schätze sogar das volkstümliche Kolorit, das Uwe mit seinen erfrischenden Bemerkungen, quasi wie ein Kaspar Hauser, einbringt.

    Mach so weiter Uwe!

  9. ehrenwerte Gesellschaft …

    trifft genau des Pudels Kern!

    und

    Dulden heißt beleidigen.
    Johann Wolfgang von Goethe

    Wenn ich mich dazu entschließe, hier das eine oder andere bon mot zum Besten zu geben, dann doch nur, um Dir ein klein wenig Selbstwertgefühl zu vermitteln.
    Um Deinen seidenen Faden nochmals aufzugreifen: meine Kommentarbeiträge hier hängen ebenfalls an einem solchen.
    Wir sind es gewohnt, mit mehr Respekt behandelt zu werden!

  10. Man bemerkt sehr wohl, Uwe, dass Du mit

    wir

    den pluralis majestatis für Dich in Anspruch nimmst. Es sei Dir gegönnt, weil wir in heutiger Zeit die Orignale in unserer Gesellschaft hegen und pflegen müssen. Sie sind doch das Salz im tägliche Einerlei.

    Was kann ich tun, Uwe, um Dich bei der Stange zu halten?

  11. Nehme Er Feder und Tinte- und schreibe Er einhundert mal:

    Ich bin ein böser, böser wuestenfloh. Ich darf und will Uwe nicht mehr beleidigen.

    Sodann lassen Wir noch einmal Gnade vor Recht ergehen.

  12. Lieber Uwe,

    ich habe Deinem Wunsch entsprochen und Dir die hunderfache Abbitte per Email zukommen lassen.
    Dass ich Feder und Tinte nicht zu Hand hatte, ist bedauerlich, aber vielleicht nachvollziehbar.
    Schön, dass wir unseren Zwist so elegant beilegen konnten.

    Dein Gerd

  13. Ich wollte mich zu Deinem heutigen Beitrag melden, lieber Wüstenfloh. War mir nicht klar, daß er so schnell verschwindet, sonst hätte ich mich beeilt!
    Dann eben zwei Anmerkungen zu „Heute mal“.
    Den Satz:
    „Etliche Herren und Herrinnen waren mit ihren Hunden und Hündinnen zugange.“
    finde ich grandios. So reich an Interpretationsmöglichkeiten!
    Die Aussage:
    „Guten Tag sagt man sich in Düsternbrook nicht.“

    hingegen halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Die vielen Hunde haben bestimmt die Füchse vertrieben, nicht wahr?
    Viele Grüße

  14. Ich bin ganz geplättet, lieber Fely, dass hinter den paar harmlosen Sätzen so viel Sinn vermutet wird. Weniger scheint mehr zu sein, wie sich hier exemplarisch zeigt. Dein geheimnisvoller Verweis auf die vertriebenen Füchse bietet mir wiederum Grund, ins Grübeln zu geraten. Falls sich mir die Fabel, auf die Du hier verschlüsselt hinweist, nicht innerhalb dieses Monats erschließt, werde ich Dich um Aufklärung bitten.

    Das mit dem verschwundenen Beitrag tut mir leid. Es soll nicht wieder vorkommen.

  15. Nimm bitte meine Blödeleien nicht zu ernst und vor allem suche nicht nach Fabeln, wenn ich auf einen einfachen (allerdings leicht abgewandelten Füchse/gute Nacht) Spruch anspiele…
    Darüberhinaus möchte ich klarstellen, daß ich Dir das Recht einräume, in Deinem Blog Beiträge nach belieben einzustellen oder zu löschen. Da bin ich einfach großzugig.

  16. Alles paletti, kein Problem. Eigentlich müsste ich bei meinen Beiträgen immer diese gelben Lachköpfe anbringen, damit man den Ironie- oder Witzversuch erkennt!

  17. Ich mag die Emoticons nicht, auch wenn sie im Einzelfall hilfreich erscheinen, weil sie uns letztendlich daran hindern, differenziert zu kommunizieren. Die Unsicherheit, die Spekulation, ja der Irrtum, die beim Lesen gelegentlich entstehen, und unser Umgang damit, bereichern m.E. das Empfinden und vertiefen das gegenseitige Kennenlernen.

  18. Das sehe ich auch so. Außerdem stelle ich mir immer alberne Teenager als Autoren vor, wenn es im Text von diesen gelben Dingern wimmelt.
    Allerdings hat eine Blogger auch mal sinngemäß postuliert „Ironie funktioniert nicht im Blog“, und da ist was dran. Deswegen sieht man gelegentlich Formulierungen wie „Ironie on“ und „Ironie off“, um sich schon vorbeugend dämliche Kommentare zu ersparen.
    Grundsätzlich finde ich es aber besser, wenn man sich bei der Formulierung Mühe gibt. Die Kommentare sind dann ja dazu da, die Dinge zu diskutieren.

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