Interessengemeinschaftsgründung

Im Weblog einer jungen Dame, die ich hier aber nicht verlinken möchte, fand ich den folgenden Eintrag:

[color=#3333FF]So ein gut aussehender Mann. Aber warum zum Teufel trägt er dieses Unterhemd, was durch das Hemd zu sehen ist.[/color]

Dieser Satz sickerte in mein Inneres. Mir war klar, dass die junge Autorin natürlich den Prototyp „[color=#FF0000]Junger[/color] gut aussehender Mann“ im Auge hatte.

Diesem Typus entspreche ich eindeutig nicht, weil ich mit 62 Jahren ein alter Sack bin.

Die beiden anderen Attribute „Gut aussehend“ und „Mann“ werden mir durch meine aus Frau und Tochter bestehenden Familie aber zugeordnet, auch wenn ich immer bedenklich den Kopf hin und her bewege, wenn meine Frau mich als gut aussehend bezeichnet.

Welche Frau möchte sich auch eingestehen, dass ihr Mann wie Ekel Alfred (das ist jetzt nur ein Beispiel) aussieht. Lassen wir es also dabei.

Da ich schon immer, auch als junger Mann, Unterhemden getragen habe, habe ich gewissermassen stellvertretend für die Spezies „Unterhemdenträger“ im Kommentar folgende Frage gestellt:

[color=#3333FF]Wenn „Mann“ ein gewisses Alter erreicht hat, darf er doch ein Unterhemd tragen, oder?[/color]

Mir, beziehungsweise uns Unterhemdenträgern, wurde darauf hin kurz und knapp folgende Entscheidung mitgeteilt:

[color=#3333FF]Aber das Alter ist sicherlich nicht mit 35 erreicht. Denke ich.[/color]

Damit war ich aus dem Schneider. Nicht aber die Fraktion der jüngeren Unterhemdenträger.

Nach reiflichen Überlegungen bin ich jetzt zu der Überzeugung gelangt, dass wir Unterhemdenträger, egal ob alt oder jung, uns nicht die Freude an diesem praktischen Bekleidungsstück vermiesen lassen sollten.

Ich gründe deshalb hier und an dieser Stelle die Interessengemeinschaft der Unterhemdenträger.

Wie es so üblich ist, muss das Anliegen durch ein Symbol verdeutlicht werden, das ich hiermit in die Welt setze:

Update:
Aus Gründen der Vollständigkeit zeige ich hier den von mir getragenen Unterhemdtyp.

13 Gedanken zu „Interessengemeinschaftsgründung“

  1. Man verbindet wohl mit Unterhemden automatisch immer gleich die klassische Feinripp-Unnerbüx mit Eingriff.
    Ist natürlich Quatsch, aber ich muss gestehen, dass ich auch zur Fraktion der T-Shirt-Träger gehöre.

  2. Diese Aktion unterstütze ich sehr gerne.
    Ich würde sie allerdings auch auf die Frauen ausgeweitet sehen. Zugegebenermaßen sehen die Mädels bei entsprechender Figur(!) einfach ‚knackig‘ aus, wenn das U-Hemd fehlt. Ihr Motto lautet wohl ‚Mit Speck fängt man Mäuse‘. Manche Girls übersehen dabei, dass sie mit zuviel Speck reizen wollen.
    Aber zurück zum U-Hemd. Die Folgen des Nichttragens machen sich erst viel später bemerkbar. Daher: ICH TRAGE UNTERHEMD.

  3. Je länger ich mir im übrigen das Bild ansehe, desto unwohler fühle ich mich. Auf den ersten Blick könnte es ja ein ‚realer‘ Mensch, erst auf den zweiten Blick erkennt man die Schaufensterpuppe. Aber so mit ‚abben‘ Händen ?!?!?

  4. Die blaue Marineuniform (der sogenannte Kieler Knabenanzug mit „Wäsche hinten“) bestand zu meiner Zeit aus Textilien der Marke Pferdedecke, unangenehm rauh und kratzend. Das Tragen von Unterhemden war damals unvermeidlich, hatte aber zur Folge, daß ich nach meinem Ausscheiden eine Allergie gegen derartige Kleidungsstücke entwickelte. Ich habe seither nie wieder ein Unterhemd getragen, dabei bleibt es auch.

    Ich bekenne mich jedoch als Träger von T-Shirts (Jedoch ohne Hemd darüber) und Boxershorts der Marke let them swing. So sitze ich zum Beispiel gerade vor dem Rechner. Sowohl der Briefträger, der vor ein Paar Stunden ein Paket für meine Nachbarin bei mir hinterließ, wie auch die Nachbarin selbst beim Abholden desselben gerade eben empfanden diesen Anblick als ausgesprochen sexy. Beide haben zwar nichts gesagt, doch ich spürte deutlich ihre begehrlichen Blicke.

    Für die Aufnahme in den fraglichen Club bin ich wohl nicht geeignet.

  5. Wenn ich schon zwischendurch mal resumieren darf, haben wir jetzt zwei Unterstützer der Interessengemeinschaft beisammen: Meine Wenigkeit und Uwe, der ausnahmsweise mal eine positive Haltung aufzeigt. Der Blogwart freut sich!
    Der Kollege aus Kiel und Opa aus Hamburg outen sich als T-Shirt-Träger. Es sei ihnen gegönnt. Immerhin lassen sie Verständnis für unsere von den Altvorderen übernommene Methode der Oberkörperabdeckung erkennen. Es sei noch verraten, und da beziehe ich Uwe mit ein, dass wir das Unterhemd nicht öffentlich zeigen. Unser ästhetisches Empfinden würde dieses nicht zulassen!

  6. In dem Bewusstsein, mich mit Minderheiten (?) und dem eigenen Genpool solidarisch zu zeigen, möchte ich hier an dieser Stelle Folgendes aussagen: Vor ca. drei Wochen habe ich ein Top/Oberteil erworben, auf das alle Beschreibungen des Standard Modells Schiesser Feinripp zutreffen, wenngleich es von der Firma Tally Weijl ist und für Damen.
    Allerdings habe ich es noch nicht auf den Opa’schen Briefträger/Nachbarinnen-Test ankommen lassen.

  7. Also Kind, ich bin ja gerührt, dass Du aufgrund genetischer Prägung den Drang verspürtst, Dich mit den Unterhemdenträgern zu verbünden. Gleichwohl habe ich aus zwei Gründen Zweifel, dass Du der Interessengemeinschaft beitreten kannst:

    a) Die Gattung der Unterhemdenträger ist nach vorherrschender Volksanschauung ausschließlich männlich. Nur Frauen, die wie Männer aussehen, hätten eine Beitrittschance.

    b) Wenn man den Ausschlussgrund a) ausser Acht lassen könnte, würde ein Bekleidungsstück der Firma Tally Weijl leider nicht zum Katalog der einschlägigen Unterhemden gerechnet werden könne, denn sämtliche Fummel aus diesem Hause sind der Kategorie „Reizwäsche“ zuzuordnen. Und reizen wollen wir Unterhemdenträger auf keinen Fall. Wir sind friedliche Menschen.

    Aber trotz dieses abschlägigen Bescheides möge die Kölner Sonne über Dir scheinen!

  8. Lieber Genpool-Sharer,

    nun mal immer schön langsam mit den kleinen Blogwärtern:

    1. Habe ich mich nur solidarisch erklärt und mitnichten um Aufnahme gebeten.

    2. Stellt sich die oben genannte Firma auf der eigenen Internetseite verwegener da als von den Filialen in der Realität eingelöst werden kann. Da liegen Realität und Internet-Wirklichkeit evt. ähnlich weit auseinander wie… wie… bei selbst erdichteten Fotomärchen und Geschichten von halslosen Schwänen.

    3. … oder war das etwa ein Prä-Rügen Grippeopfer??

  9. Liebe Iggy, auch nach Google-Recherche haben wir hier auf dem Sofa bei einer Tasse Tee keine Klarheit zu dem Begriff „Überkopfwäsche“ erzielen könne.
    Sie sehen uns also total verunsichert. Wir bitten deshalb um Aufklärung.

  10. Danke Uwe, dass Du für die Sache der reiferen Menschen in die Bresche springst. Da aber Iggy schon 1966 aus Anlass eines Beatlekonzerts Rotwein soff, müsste sie auch schon weit über 50 sein. Aus dieser Sicht wird sie Menschen, die knapp über 60 Jahre alt sind, wohl nicht von der Öffentlichkeit ausschließen wollen…

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