Omnipräsentes Knie

Das Knie kommt immer vor und ist ein bestens geeigneter Gesprächsgegenstand. Auf das Stichwort ‚Skifahren‘ stellt sich in der Kantine gleich heraus, dass der Kollege, der gegenüber die Currywurst isst, nicht mehr radfährt, weil ihm ein ‚Reserveknie‘ droht. Seine Patellasehne hätte ’ne Macke.

Die Kollegin neben mir spricht von einer Nachbarin, deren 17-jährige (!) Tochter bereits massive Knieprobleme hätte, da würde die Kniescheibe wackeln oder so ähnlich. Ich konnte dann noch beiläufig hinzufügen, dass meine Tochter (14 Jahre!) auch so ein Wackelknie hätte.

Wir kamen sehr schnell überein, dass dem Menschen evolutionsmässig besser geholfen worden wäre, wenn er Vierbeiner geblieben wäre. Daraufhin meinte ein anderer Kollege, wiederum gegenüber sitzend, dass die Delfine schlau gewesen sind, weil sie vom Land wieder ins Wasser gegangen seien und deshalb das Problem ‚Knie‘ vermeiden konnten. Dann wurde noch vermutet, dass vielleicht auch die Wale schon mal an Land gewesen sind. Letzteres wurde aber doch stark angezweifelt…

Das Knie spielt sowieso Schicksal. Ich z.B. kam vor langer langer Zeit nicht zu Bundeswehr, weil mein Knie, ich glaube das linke, damals bei der Nachmusterung so richtig schön mitspielte.

Und in der Zeitung stand heute morgen, dass eine Skiläuferin (den Namen müsste ich nachgucken) nach drei(!) Knieoperationen jetzt wieder richtig mitmischen würde. Bode Miller aber, der im Augenblick alle abhängt, war noch nie richtig verletzt, und auch seine Kniee sind wahrscheinlich beide intakt. Das finde ich erstaunlich.

(Kniee ist übrigens richtig geschrieben, ich habe es überprüft Knie wird auch in der Mehrzahl nur mit einem ‚e‘ geschrieben, ist doch logisch!)

6 Gedanken zu „Omnipräsentes Knie“

  1. Das Knie

    Ein Knie geht einsam durch die Welt.
    Es ist ein Knie, sonst nichts!
    Es ist kein Baum! Es ist kein Zelt!
    Es ist ein Knie, sonst nichts.

    Im Kriege ward einmal ein Mann
    erschossen um und um.
    Das Knie allein blieb unverletzt –
    als wär’s ein Heiligtum.

    Seitdem geht’s einsam durch die Welt.
    Es ist ein Knie, sonst nichts.
    Es ist kein Baum, es ist kein Zelt.
    Es ist ein Knie, sonst nichts.

    Herr Morgenstern hatte wohl keine Probleme mit seinen Knien, sonst hätte er sich vielleicht etwas positiver über sie geäußert. Ein Aua-Knie kann doch sehr schnell zum Zentrum des individuellen Universums werden…

  2. Und noch ein Gedicht, weil wegen des „e’s“

    Rechtschreibung
    (von heinz Ehrhard)

    Delfine schwimmen schnell und leis.
    (Man schreibt sie mit „ph“ – ich weiß;
    doch schreibt man ja auch Tele“f“on,
    und das bereits seit langem schon.)
    Sie schwimmen (wie gesagt, mit „f“) –
    sie schwimmen – vorn ihr alter Scheff
    (wir schreiben schließlich auch „Schofför“)-
    sie schwimmen also durch das Meer.

    Was heißt durchs „Meer“?
    Sogar durch „Meere“!
    Und manche altgediente Mähre,
    wie überhaupt so manches Ferd
    (mit „V“ wär es total verkehrt)
    glaubt, es sei schnell wie ein Delphien!
    (Das zweite „e“ ist schlecht für ihn.)

    Orthogravieh – das sieht man hier –
    ist nicht ganz leicht für Mensch und Tier!

  3. Hach, das ist aber nett – soviel Verwandtschaft auf einer Seite!

    Hast Du vielleicht auch noch’n Gedicht?
    „Zu Dyonis dem Tyrannen…“?

    Wenn Ihr wegfahrt, können wir beiden ja gar nicht ins Kino gehen! :-(

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