Wenn wir schon mal dabei sind…

…über das Theater zu schimpfen, kriegt die Literatur auch noch ihr Fett weg! Natürlich kommt das wieder nicht aus meiner Feder, sondern von…
Ich gehöre zu den eher rückwärts gewandten, die sich im Zweifel (oder aus Verzweiflung?) immer wieder gern diesem Herrn zu wenden.

5 Gedanken zu „Wenn wir schon mal dabei sind…“

  1. Die Geschichten von Maigret kann man sich doch auch ganz gut in der heutigen Zeit vorstellen. Man ersetze den Keksfabrikanten durch einen DotCom-Geschädigten, die Ärzte und Rechtsanwälte bleiben – und schon ist man in der heutigen Zeit. Einzig Madame Maigret wird heute so nicht mehr existieren können. Insofern stellt sich die Frage, wie rückwärtsgewandt Du bist…
    Im Zweifel ein Maigret – so ist auch meine Entscheidung. Aus Verzweiflung ein Maigret – nein, so etwas habe ich noch nicht durchgemacht ;-)

  2. Ich gestehe keinen einzigen Maigret gelesen zu haben. Habe ich was verpasst? Was ich aber gelesen habe sind die Tagebücher von George Simenon mit dem Titel „Als ich alt war.“ Die fand ich sehr gut, wenngleich der gute Mann eigenartige Vorlieben hatte.

  3. Hallo quaimaker, na ja, das mit der Verzweiflung ist wohl zu dramatisch. Schwamm drüber. Aber bei meinem Verweis auf ‚Maigret voit rouge‘ , den ich zur Zeit gar nicht lese und dem Hinweis auf einen Keksfabrikanten, habe ich im Bücherschrank den Titel ‚Maigret et le témoins récalcitrants‘ gefunden wo jemand aus dem Hause Lachaume, Inhaber der ‚Bisquiterie Lachaume‘ um die Ecke gebracht wird. Das ist vielleicht die Vorlage für den Film mit Jean Gabin.
    Das mit dem ‚rückwartsgewandt‘ ist, ich gebe es zu, etwas kokett. Maigret ist natürlich, da sind wir uns doch einig, unsterblich und immer lesenswert. Die immer loyale Madame Maigret, muss so sein wie sie ist. Daran haben wir uns gewöhnt.
    Gerade eben bei Phönix war eine sehr interessante Doku über die Insel Porquerolles vor der französischen Riviera. Da dachte ich sofort an einen Maigret und siehe da: In ‚Mon ami Maigret‘ hat Simenon die Insel verewigt. Das wurde in dem Film auch bestätigt. Es zeigte sich, dass Simenon die Insel sehr geliebt hat. Er, seine erste Frau, sein ‚Haushälterin‘ und sein Sohn Marc sind dort beerdigt. Die Frau seine Sohnes, Mylène Demongeot, berichtete einiges über die Insel und meinte auch augenzwinkernd, dass ihr Schwiegervater wohl sehr potent gewesen ist. Sie sprach von vier bis fünf mal täglich…
    Vielleicht eine Frage: Ich lese die Maigrets in der Originalsprache, die ich im Laufe der Zeit überwiegend in Antiquariaten gefunden habe. Mir fehlen noch einige Ausgaben. Wie könnte man sich diese besorgen?

  4. Salut heisses Pflaster,
    ich finde die Frage ist schwer zu beantworten, denn wie so vieles ist auch Maigret eine Frage des Geschmackes. Wenn man sich vorgenommen hat, die Klassiker der Krimigeschichte einmal gelesen zu haben (also die üblichen Verdächtigen wie Hammet, Chandler, Woolrich, Doyle, Christie), dann gehört wohl Simenons Maigret mit dazu.
    Mich erstaunt, dass sich jemand gleich an „Als ich alt war“ traut (andererseits auch wieder nicht, denn es soll ja Leute geben, die sich besonders für Biographien begeistern). Denn das NonMaigret-Werk hat auch einiges für sich.
    Nun bin ich, was Simenon angeht, ein voreingenommener Richter. Probier es einfach. »Mein Freund Maigret« – ist wie von wüstenfloh angesprochen – einer der Besseren, und wird demnächst wieder erscheinen.

  5. Salut wüstenfloh,
    auch so eine Frage, wo man Maigrets herbekommt. Ich verweise mal auf http://www.eurobuch.com – ein Metsauch-Maschine im Antiquariatsbereich. Da findet man sicher auch was von Simenon. Einmal hatte ich mir auf diesem Wege etwas aus Kanada kommen lassen, was ein wenig gedauert hat, aber dann war die Freude besonders groß.
    Sobald ich meine Französisch-Kennntisse aufgemöbelt habe, werde ich mich auch mal an den einen oder anderen Maigret im Original wagen.
    Da fällt mir ein: 2003 kam bei Gallimard ein großer Band, eigentlich zwei, mit einer Menge Maigrets heraus: innerhalb der Pleiade (die sich ein wenig anders schreibt, aber die passenden Sonderzeichen finde ich jetzt nicht). Verhältnismäßig teuer, aber sehr umfassend. Auch die neuen Bände von Omnibus enthalten meist mehrere Romane und sind dafür aber recht günstig.

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