Ein Teppich…

…war bei einer Party die Hauptperson.

Der berühmte blogger praschl hat über den Partybegriff monologisiert und mich an eine Party erinnert, bei der ich in grauer Vorzeit auffällig geworden bin.

Ein Kollege K. hatte sich dazu durchgerungen, mal bei sich zu Hause eine Party zu veranstalten. Er war sozusagen in einer Reihe „Kommst du zu meiner Party komm ich zu deiner Party“ am dransten. Das Motto war: „Wir bekommen einen neuen Wohnzimmerteppich, wir feiern jetzt auf der alten Auslegware“.

Mein Anspruch an diese Party war also, den Teppich demonstrativ einsauen zu dürfen. Weil am Anfang alles ein bisschen steif vonstatten ging, habe ich dann meinen persönlichen Alkoholpegel durch geeignete Maßnahmen schnell gesteigert und war dann relativ schnell dabei, zur Tat zu schreiten:

Ich erhob mein Glas, schaute triumphierend in die Runde und kündigte an, jetzt den Inhalt des Glases auf den Teppich schütten zu wollen.

Um es kurz zu machen, ich erntete verständnislose Blicke, wurde an meinem Tun gehindert, konnte mit meinen Argumenten überhaupt nicht landen und wurde wegen Renitenz dann hinaus komplimentiert.

Da die Zeit bekanntlich Wunden heilt, wurden die Beziehungen später wieder gekittet. Heimlich wurde mir sogar Beifall gespendet. Und zusammen mit anderen Ereignissen erreichte ich mit der Zeit sogar eine gewisse Prominenz.

Ja so wars.

4 Gedanken zu „Ein Teppich…“

  1. wieso kenne ich die geschichte nicht? klingt gut!

    ich hatte vor ein paar jahren mal das problem, eine party feiern zu wollen, obwohl die auslegware gerade neu war (über 30 qm, zwei wochenenden mit hilfe von drei freunden mit verlegen und möbel rücken beschäftigt). zur erheiterung der gäste sollte es unter anderem ein getränk geben zu dessen zutaten kirschen, vanilleeis und wodka gehören. auch rotwein war im angebot. sowie salate etc., im stehen zu essen. ich habe dann unter starken spießer-schuldgefühlen din-a-1 andruckbögen von bildbänden auf dem boden verteilt. sah hübsch aus und wurde im großen und ganzen als künstlerisches projekt interpretiert. eine enge freundin war dennoch wenig einsichtig und belächelte meinen wunsch, nicht meinen nagelneuen teppich verdreckt zu sehen und TROTZDEM eine party zu feiern. und weil das leben manchmal auch nicht origineller ist als mittelmäßige slapstickfilme, ließ ausgerechnet diese freundin innerhalb der ersten 10 min. direkt im eingang ein ganzes glas pinkfarbener bowle fallen. nur die spritzer an der wand gingen nicht wieder ab, der teppich blieb makellos. spießerglück! oder: jenseits der studentenzeit ist keiner mehr stolz auf die wohnnarben wilder feierlichkeiten („irgendjemand hat gestern um 3 uhr morgens smileygesichter mit roter farbe an die decke gemalt…“).

  2. [QUOTE]Man hat eben seine Leichen im Keller… [/Quote]

    Insgesamt eine lustige Geschichte !!

    .. wieso jibbet hier keine Smilies ???

  3. Wenn das Wort ‚insgesamt‘ in einem Zeugnis steht (…eine insgesamt ordentliche Leistung…) ist das ein vernichtendes Urteil. Macht aber nix.
    Hinter ’nix‘ hätte nun ein Smiley gehört, das sehe ich ein. Da es sich hier aber um ein seriöses Weblog handelt, das von einem Herrn im fortgeschrittenen Alter geführt wird, verbieten sich Smilies von selbst. Da bitte ich doch um Verständnis.

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