Ich habe eine Erklärung abzugeben

Als ich heute morgen aus der Caféteria kam, um in mein Büro zurück zu gehen, fiel mir auf, dass meine Schuhe nicht nur ungeputzt, sondern auch verschieden hell aussahen.

Eine nähere Untersuchung ergab, dass ich zwei verschiedene Schuhe anhatte, die zwar eine gewisse Verwandtschaft aufwiesen, gleichwohl aber dadurch sich unterschieden, dass der eine Schuh ein eindeutiger Halbschuh und der andere Schuh ein höherer Halbschuh war. Auf dem Foto kann man das gut erkennen.

Wie konnte das passieren?

Folgende Faktoren möchte ich zu meiner Entlastung anführen:

* In Schrank waren beide Schuhpaare in enger Nachbarschaft beieinander
* Auf dem Flur herrschte dämmeriges Licht
* Meine Frau hat mich in dieser Phase nicht beaufsichtigt
* Ich binde die Schleifen ohne hinzusehen
* Beide Schuhe haben ein fast gleiches Traggefühl
* Beim Radfahren fällt die Verschiedenartigkeit der Schuhe weniger auf

Nach Darlegung dieses Sachverhaltes wird Jedermann einsehen, dass der Ablauf des Geschehens schicksalhaft vorgezeichnet und quasi unvermeidlich war.

Es hätte jedem anderen männlichen Angehörigen des öffentlichen Dienstes und meines Alters passieren können.

Jetzt bin ich aber erleichtert.

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15 Gedanken zu „Ich habe eine Erklärung abzugeben“

  1. Ist es auch ein Charakteristikum der Angehörigen des öffentlichen Dienstes zu einer immer gleichen Schuhauswahl zu neigen? Je ähnlicher, desto besser?

  2. Das ist unbedingt zutreffend. Angehörige des öffentlichen Dienstes bringen es sogar fertig, über Jahrzehnte immer das gleiche Schuhmodell zu tragen. Wenn dieses Modell nicht mehr hergestellt wird, ist Anlass zur Trauer.

  3. Es hätte jedem anderen männlichen Angehörigen des öffentlichen Dienstes und meines Alters passieren können.

    Dem widerspreche ich energisch!!
    Dieses sogenannte ‚Missgeschick‘ ist keines , sondern Ausdruck einer beginnenden Senilität. Das mag sich jetzt hart anhören, ist aber Fakt. Wenn Du da nicht sofort gegensteuerst, z.B. durch Gehirnjogging statt Skating, wirst Du eines Tages noch in Deinem gestreiften, hoch geschlossenen Pyjama zur Arbeit kommen und Dich wundern, warum Dich alle grinsend begrüßen. Für diesen Fall habe ich ab sofort eine Digicam im Schreibtisch deponiert ….

  4. Der Vorteil einer qualifizierten Senilität wäre natürlich der vorzeitige Ruhestand ohne Pensionskürzungen.
    Markst Müüs, min Jung?

    PS: Halte bitte Deine Digicam jederzeit bereit, damit das Landesbesoldungsamt, wenn es soweit ist, Dokumente bekommen kann.

    Nochn PS: Markst Müüs? = Merkst du Mäuse? = Fällt dir etwas auf?

  5. Na logo, Alter !!

    vorzeitige Ruhestand ohne Pensionskürzungen

    Ich gönn’s Dir von ganzem Herzen, glaube mir. Andererseits müsste ich dann noch’n paar Jahre ohne eine solch schillernde Persönlichkeit wie Dich auskommen. Und das sind eher düstere Perspektiven!

  6. Ach Uwe, in der Arbeitswelt schillerts doch genug. Du hast doch Antennen für Realsatire.
    Mir wiederum würde Deine Stimme fehlen. Dieser sonore Bass, der bei Deinen Rundrufen bis ins Mark dringt!

  7. Wer erkennt denn heute noch, ob jemand einen hochgeschlossenen, gestreiften Pyjama trägt oder ein trendiges Outfit?

    Obwohl männliche Angehörige des öffentlichen Dienstes ja offensichtlich eher selten zu trendigen Outfits greifen, wenn ich das hier recht verstehe. Sie scheinen mehr auf innere Werte zu setzen… Unglaublich, dass Klischees so wahr sein sollen.

  8. @Klabauter und @Uwe: Danke, Klabauter, dass mir hier Gelegenheit gegeben wird, etwas klar zu stellen! Uwe, auch wenn er in seinem Kommentar Vertrautheit mit meinen persönlichen Verhältnissen vortäuscht, weiß nie und nimmer, ich wiederhole: NIE UND NIMMER, welchen Typ Pyjama ich benutze.

    Ich werde auch hier, an dieser Stelle, nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Die Welt kennt jetzt den von mir bevorzugten Schuhtypus. Sie wird aber nicht in mein bzw. unser Schlafzimmer vordringen!

    Klabauter, ich verstehe Ihre Begeisterung, Klischees in vermeintlich reinster Form augespürt zu haben.

    Gestatten Sie mir aber bitte einen gewissen hautgoût des Geheimnisvollen.

  9. Der Hinweis auf den Meister aus Wien ist dankenswert, verehrte Moni. Jedoch, die Verwechslung der Schuhe geschah bei mir unbewusst. Sollte man da mal den alten Freud ranlassen?

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