Weltbewegendes

Das Kind hat sich schon wieder die Bänder am linken Fuss gerissen. Im Sportunterricht, in der Humboldtschule.

Der Lehrer sagt zu ihr: „Steh doch auf!“. Tochter: „Geht nicht, ich hab nen Bänderriss.“. „Ja aber aufstehn könntest du doch vielleicht“. Tochter „Ich hab nen Bänderriss, ich kenn das schon, da kann man nicht laufen“. Schließlich trägt sie der Lehrer aus der Turnhalle raus.

Das Gaby, die Mutter, kommt angehetzt, telefonisch benachrichtigt und schon mit Krücken vom letzten Mal. Verfrachtet das Kind in den Golf und fährt mit ihr zum Städtischen Krankenhaus.

Diesmal wird das Kind also nicht mit dem Krankenwagen angeliefert.

Jetzt die Suche nach dem Parkplatz. Ist nix. Absolut nix. Außer einem freien Behindertenparkplatz. Den nimmt sie, das Gaby.

Schon wird sie von einem voluminösen Haremsbesitzer, der auch versucht hat, seinen Riesenmercedes zu parkplatzen, angequatscht: „Darft du hier stehen?“. Das Gaby: „Darfst du das denn?“. Und geht mit Kind auf Krücken in die Ambulanz.

Zwischendurch hat das Gaby mal gekuckt, ob was legales frei geworden ist. War aber nicht.

Natürlich, nach der Verarztung, klebt ein Zettel an der Scheibe. War ja zu erwarten.

Der Dingsverwarnungsbescheid, mit Rückäußerungsmöglichkeit auf der Rückseite über 35 Euros, kam zuverlässig. Ich schreib hinten krakelig rauf, dass Krankenwagen gespart, Mutter Kind gebracht, Kind nicht laufen kann, zwischendurch nach Parkplatz gekuckt, deshalb Verwarnung ungerecht.

Dann das Dings bei Regen mit Rad in Briefkasten beim Rathaus gesteckt, Frau gesagt, dass alles gut wird.

Nochmal angerufen bei Herrn L. von der Dingsstelle, ob denn nun alles mit Gebühren doppelt soviel kostet, weil das so ähnlich auf dem Dingsschreiben so stand. „Nein“, sagt der freundliche, jung klingende L., bei der Stadt Kiel ist das nicht so, da bekommt man noch mal ein neues Angebot ohne Pluskosten, auch wenn man das erste Mal gemeckert hat. Oder eben man zahlt nix.

Das neue Angebot ham wir jetzt, 35 Euros, wie versprochen. „Die von Ihnen vorgebrachten Einwendungen waren nicht ausreichend“ oder so ähnlich.

Na ja, nun zahln wir eben. Ungerecht ist das aber trotzdem.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.