Erste Bloglesung in Kiel – Ein Bericht

Zu meiner ersten Bloglesung, an der ich als Zuhörer teilnehmen durfte, bin ich rechtzeitig aufgebrochen.

Frau und Tochter betrachteten mich noch einmal kritisch von allen Seiten und erteilten das ‚GO‘. Den Vorschlag meiner Tochter, mit Sonnenbrille zu erscheinen, hatte ich nicht ernsthaft erwogen.

Mein Outfit war das übliche: Jeans, Pullover, Camels an den Füßen. Die schwarze Bekleidungsvariante, die in Bloggerkreisen dem Vernehmen nach dominiert, hatte ich nicht realisiert, da sie mit massiven Bekleidungszukäufen verbunden gewesen wäre.

So brach ich dann um 19:30 Uhr auf, weil ich rechtzeitig in der Metzstrasse 24 ankommen wollte.

Ich hatte mir gedacht, nach dem Empfang durch MC Winkel, der Einlasskontrolle vermittelst der ausgedruckten Email-Einladung, der Entrichtung des Unkostenbeitrags von 2 Euro und dem Erwerb einer Dose Holsten, mich in die hinterste Reihe zu verdrücken, möglichst in die Nähe des Klos, um dann in aller Ruhe das Geschehen auf mich zukommen zu lassen.

[b][color=#CC33CC][size=20]Es kam alles ganz anders.[/size][/color][/b]

Der Salon war schon total voll. Alle Plätze waren schon besetzt. Alle Augenpaare richteten sich auf mich. Ein Gemurmel ging durch die Reihen.

MC Winkel verkündete:

[size=13]“Es erscheint Wüstenfloh, der älteste Blogger zwischen Flensburg und Elmshorn! Wir haben für dich den Frisörstuhl des Chefs, gleich hier vor dem großen Spiegel reserviert!“.[/size]

[b]Quasi im Nebenprogramm, dokumentiert durch die „Kieler Nachrichten“, sollten mir die Haare gestutzt und der Schnurrbart abgenommen werden.[/b]

Den Zustand vor und nach der Prozedur wollte man digital festhalten und meine Äußerungen während des Eingriffs, per Mikrofon im Raum verbreiten.

Eine Webcam war auf meinen Kopf gerichtet, die das Bild auf mehrere an der Decke befestigte Monitore übertragen sollte.

MC Winkel, angetrieben von einem gewissen Sendungsbewusstsein, forderte alle im Raum anwesenden Blogger auf, das haarige Geschehen um mich herum zu beobachten, um daraus im Rahmen einer Blogger-Competition das jeweils beste Posting zu generieren.

Seine Rolle sah er, das wurde ganz deutlich, als Gottschalk-Nachfolger.

Aber kaum hatte man mich auf den Stuhl gesetzt, da wurde mir ganz schwummerig vor Augen.

Ich stand mit einer heftigen Bewegung auf, stieß gegen den Frisiertisch, und verursachte den polternden Sturz mehrerer Gerätschaften. Eine große Flasche Alpecin forte fiel herunter, zerbrach, und die auslaufende Flüssigkeit verbreitete sofort einen stechenden Gestank.

Wie ferngesteuert, quasi frankensteinisch, taperte ich dem Ausgang zu und verschwand in der Nacht.

Hinter mir das abebbende Gelächter der jungen Generation.

[size=9]Ich wache schweißgebadet auf. Die Lesung ist übermorgen.[/size]

7 Gedanken zu „Erste Bloglesung in Kiel – Ein Bericht“

  1. ich bitte untertänigst um den Bericht deines nächsten Albtraumes. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass letztendlich nichts getoppt werden kann durch die Realität.
    good luck. take comfort in guinness. i’ll assist you.

  2. Die bittere Realität ist, dass ich nächste Woche nach Nürnberg muss, wegen dieses Albtraums, der auf uns zukommt. Guinness also erst in der Woche danach. Mol kieken, ob dat wat ward…

  3. in der Woche ab 27. muss ich wegen des Albtraumes nach Rostock. Guinness also erst in der Woche danach. Mol kieken, ob dat wat ward….

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