Neptun

Das Düsternbrooker Gehölz bei uns in Kiel ist schon eine mystische Angelegenheit. Es liegt zwar fast mitten in der Stadt, aber die dunklen Ecken in diesem Stadtwald sind unbekannt. Die Leute gehen ihre Wege, die sie schon immer gegangen sind und sind zufrieden.

Mich hat es heute in einen Weg verschlagen und von diesem Weg in einen anderen Weg. In dem schillernden Grün, so kam es mir vor, sah ich einen tiefgrünen Teich, der mich in seinen Bann zog.

Das Foto, das ich gerade noch fertig brachte, zeigt diesen Teich.

Was ich aber nicht mehr fotografieren konnte, war das Getöse, das Brodeln und Kochen, das sich aus dem Tümpel erhob und jemand hervor brachte, der nur der leibhaftige Neptun sein konnte.

Hier seht ihr Neptun, der sich aus dem Tümpel, ich bin der Augenzeuge, erhoben hat und auf der Krusenkoppel in Kiel die Herrschaft über die Kinder übernommen hat.

Neptun hat dafür gesorgt, dass sein Weg aus dem Tümpel in die Welt der Menschen den Menschen verborgen bleibt.

Was er mir, der ich zufällig dabei war, allerdings nicht verbergen konnte, waren Einblicke in die wässerige Unterwelt, die sich im Augenblick seiner Übersiedelung aus dem Teich zur Krusenkoppel vor mir auftaten.

Hier sind die Bilder, die ich gesehen habe, und die ich nach bestem Wissen und Gewissen hier wiedergebe.


Später, als Neptun sein Regiment über die Kinder wieder abgegeben hatte, habe ich ihn am Hindenburgufer wieder gesehen.

Er hatte seine Habseligkeiten auf einem Einkaufswagen aufgetürmt und war dabei, sie wieder in seinen Teich zurück zu bringen.

4 Gedanken zu „Neptun“

  1. Moin, Herr Tams! Nach diesen Bildern mit Märchen von diesem – jedenfalls vor 40 Jahren – vor laichenden Erdkröten geradezu überbordenden gummistiefeltiefen Gewässer wird es höchste Zeit, mich für Ihre Webseite zu bedanken! Seit ich Ihre Seite im Netz gefunden habe, muß ich immer wieder darin stöbern und werde immer wieder fündig: Jahrgang 1941 bin ich 1942-62 im Friedrichsberg aufgewachsen, von der Stadt habe ich wenig mitbekommen, auch nicht, als ich dann noch bis Sommer 63 auf der Freiheit verbrachte – dann gings nach Hamburg… und nun finde ich auf Ihrer Seite so viel von damals, was ich erlebte und versäumte: Ihnen tausendundeinen Dank und mögen Sie und Ihre Seite/n weiterhin blühen, wachsen und gedeihen! Hanns Mieschendahl

  2. Hier haben Sie jetzt meine „persönliche“ Webseite erwischt, die ich schon vor dem „Klassentreffen“ unterhielt. Es ist hier jetzt ein wenig still geworden, seit im „Klassentreffen“ doch so einiges los ist…

    Auf jeden Fall bedanke ich mich recht herzlich!

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