Diogenes am Hindenburgufer

Stellt doch am Pfingstmontagnachmittag einer seinen Golf direkt vor unsere 4 Nasen und versperrt uns die Sicht auf das Wasser. Wir, die wir unter dem Zelt da rechts sitzen (das Bild ist ein älteres), beanstanden dieses Tun, weil wir a) die Aussicht auf einen Golf nicht gut finden und er b) an der Stelle sowieso im Halteverbot steht!

Der Typ (ein Arsch) will sich noch über uns lustig machen, murmelt aber nach meiner Verbalinjurie „Rücksichtsloses Verhalten“ halblaut „..das sind dumme Leute..“ zu seiner ihm ergebenen Frau und stellt das Auto dann doch weg.

Eine Paar, das hinter uns am Tisch sitzt, ergreift allerdings die Partei des Golffahrers mit der Bemerkung „Lassen Sie ihr Auto ruhig dort stehen!“ und macht sich auf die Weise ebenfalls unbeliebt!

Welche Partei, liebe Blogleserinnen und Blogleser, hätten Sie ergriffen?

Zusatzinformation:
Das rote Auto (oder ein anderes Auto) war zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht präsent.

Noch eine Zusatzinformation:
Der Wirt besitzt mehrere Uboote, was aber wahrscheinlich keine Einfluss auf Ihre Enscheidung hat.

Zusatzinformation zu den Zusatzinformationen:
Dieser Eintrag am Sechsten Sechsten Nullsexchs musste einfach sein. Lassen Sie sich auch dadurch nicht in ihren freien Entscheidung stören.

17 Gedanken zu „Diogenes am Hindenburgufer“

  1. a) Wenn es sich mit Dir nicht verderben will, gibt man Dir recht, weil: der Typ ist ja ein Arsch (=direkte Einflußnahme auf den Leser)

    b) Die christliche Haltung wäre, Verständnis für die Parkplatznot des Mitmenschen aufzubringen

    c) die brutale Haltung wäre, ihm gleich was auf das Maul zu hauen und anschließend dem Paar hinter Euch auch.

    Da fällt die Wahl nicht so ganz leicht.
    Gegen C spricht, dass Du auch nicht mehr der Jüngste bist, mit heftiger Gegenwehr rechnen müßtest und am Ende vielleicht den Kürzeren ziehst. Also bleibt nur noch A und B. Und da ich -Gott sei Dank- Atheist bin, bleibt als Antwort nur A.

    So ein ARSCH!

  2. Am Gustav-Heinemann-Ufer hätte man dann unter Umständen stattdessen Scherereien rund um einen BMW beobachten können.

    Ubootbesitzer sind sicher eine psychologisch interessante Spezies. Für einen blöden Sack halte ich den Golfdeppen auch.

  3. Uwe! Ein beeindruckendes Plädoyer zu Gunsten des Rechts. Danke! Ein kleines Wermutströpfchen in Deiner Beweisführung ist allerdings, dass Du Dein Atheist-Sein von Gott ableitest. In der Berufung könnte Dein Urteil deshalb anfechtbar sein.

  4. Für Kölner Verhältnisse wäre es doch ein Opel gewesen, wieso ein BMW? Ist eigentlich schon mal ein Uboot bis nach Köln gekommen?

    Zwischenergebnis der Blogbefragung:

    Der Golfer ist
    a) Ein Arsch (2x)
    b) Ein blöder Sack (1x)

  5. Die Personen auf dem Bild sind also quasi im Perfekt forografiert, während gleichzeitig der Golf im Präsens parkt?
    Egal. Bevor die Nachtschwester dem Golffahrer so einen Gartenstuhl über die Rübe zöge, würde sie unbedingt mit dem Wirt Rücksprache klären, ob nicht womöglich der Golffahrer zur U-Boot-Kontrabande gehört (erst fragen, dann schlagen). Sonst hat man womöglich wieder den Mossad an der Backe.

  6. Ich erlaube mir, vereinfachend, das Votum der Nachtschwester so zusammenzufassen:

    Ich ziehe dem Golffahrer einen Gartenstuhl über die Rübe

    Danke!

  7. Ich darf mich dazu leider aufgrund des über den Großraum Kiel verhängten Liebesentzugs derzeit zu der Thematik nicht äußern.

    Ist wohl auch besser so, ich befinde mich nämlich derzeit in der analen Phrase.

  8. Lieber NB, ich empfinde Trost, dass wir reiferen Männer zu frühen Tagen der Kindheit zurückkehren können. Ich werde mich bei Bedarf bei Dir erkundigen, wie das funktioniert. Das mit dem Liebesentzug kann ich eigentlich nicht glauben. Wir Norddeutschen sind doch eigentlich sehr tolerant.

  9. Selbstverständlich sind wir niederschwellig tolerant, dafür aber auch hochgradig gerecht bis zum Gehtnichtmehr bzw. bis nichts mehr geht.

    Du bist zwar mit allen anderen faulen Säcken rausgeflogen aus der Blockrolle,aber daß sich bei uns jeder selbst wieder eintragen kann, weißt du ja hoffentlich noch.

    Ich habe übrigens nicht von der analen Vase gesprochen, das ist kein Druckfehler.

  10. Nachdem Opa Edi wohl mit der elektrischen Phase in Berührung kam und damit, im Gegensatz zum Golfer, einen Schlag abbekam, hätte ich subtiler gearbeitet.
    1) Golfer parken lassen. Einen Augenblick warten und als ordnungsliebender Mensch einen Ordnungshüter auf den Parkverstoß hinweisen.
    2) Mit dem U-Bootbesitzenden Wirt eine kleine, interne Besprechung geführt zur finanziellen Anpassung der Nachbartischkonsumrechnung. Alternativ den Nachbartischbesetzern großgedruckte Brillenprospekte vorgelegt, da sie ja offensichtlich nicht so weit denken schauen können wie ein Schwein scheißt. Vom Arsch bis auf die Erde.

  11. Zwischenstand:

    Der Mann mit dem Golf

    a) ist ein Arsch (Uwe, Ich)
    b) ist ein blöder Sack (Ole)
    c) kriegt mit dem Gartenstuhl eins über die Rübe gezogen (Nachtschwester)
    d) muss Bussgeld zahlen und Sonderpreise für das Bier; wird als Schwein mit Arsch eingestuft
    e) wird vom Neo-Bazi wahrscheinlich nicht als Arsch eingestuft, sondern irgendwie anders; wir sind gespannt

  12. Alle Beiträge beweisen, dass der Golf-Fahrer Verursacher derselben ist und insoweit als Blog-Inspirator eingestuft werden kann. Außerdem hat jeder das Recht, ein Unrecht zu begehen (Parkverbot). Ich hätte dem Golfer ein oder zwei Reifen zerstochen um den anschließenden Reifenwechsel beim Bierchen genießen zu können. Nur immer U-Boote beobachten kann doch auch langweilig werden…und das Wasser ist immer da. Welches Baujahr war der Golf denn? gut erhalten? Wurde dem Golf überhaupt die einem Volkswagen gebührende Aufmerksamkeit geschenkt? Wo wollte der Golf-Fahrer hin? War es wirklich seine Ehefrau oder evtl. nur seine Geliebte? Vielleicht war der Golf-Fahrer auch Hartz IV-Empfänger oder bedurfte eurer Hilfe! Hier nur mit Fäkalsprache zu urteilen wird dem diffizilen Sachverhalt nicht gerecht!

  13. Die Fülle der vom Nasenknacker vorgebrachten Argumente ist überwältigend. Sie müssen gesichtet, gewogen, sortiert und diskutiert werden. Unter dem Einfluss eines bräunlichen Getränks, das quasi aus beige-farbigem Schaum entsteht, sollte man das Thema noch einmal auf die Theke bringen. Das Vorhaben dürfen wir nicht aus den Augen verlieren! Packen wirs an!

  14. Fronleichnam in der Kultstätte. High noon. Bring deinen Sekundanten mit. Ich hoffe, dass meiner auch Zeit hat. Sonst muss ich es alleine wuppen. Es lebe der Gerstensaft!

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