Ein verpfuschtes Leben

Mist!

Ein spektakulärer Stapellauf bei Lindenau in Kiel!

Alle reden davon.

Die Leute beim Mittagessen in der Kantine. In der Zeitung steht es. Und im Regionalprogramm wurde wahrscheinlich auch was gezeigt.

Und ich war wieder nicht dabei.

Noch nie in meinem Leben war ich bei einem Stapellauf dabei!

Immer wenn was los ist, bin ich nicht dabei, auch nicht damals, als die Mauer fiel.

Nur das Kriegsende hab ich miterlebt. Da war ich aber erst ein Jahr alt und kann mich an nix erinnern.

Schnüff!

PS: Als Papst Paul starb, aß ich eine Haxe in Südtirol

Kaffeefahrt

Ganz etwas Seltsames!

Zu Dritt, also die komplette Familie, sind wir zu einer Autofahrt von Kiel nach Schönberg (genauer Schönberger Strand) aufgebrochen.

Die Fahrt verlief harmonisch, über die ‚alte‘ Strecke bis zum Schönberger Strand. Nach kurzer Deichwanderung auf die (für uns) neue Seebrücke bis zum Brückenkopf. Dort sprangen mutige Knaben von den Pollern ins quallenverseuchte Wasser.

Zurück in die Strandfritte. Gute Bratkartoffeln, Fritten, saure Bratheringe und ein Schnitzel für das Töchterchen. Haupbahnhofsfähiger Aufruf „Nummer Siebzig“ avisierte die fertigen Gerichte.

Regen drohte, kam aber doch nicht. Voluminöse vorbeitrapsende Eltern lösten Vorhersagen über die gewichtsmäßige Entwicklung ihrer Kinder aus.

Ruhiger Rückweg hinter dem Deich. Wasserblick ist für uns nicht essentiell.

Autofahrt über wellige kurvenreiche Straßen durch die Probstei. Kind, durch zuviel Landschaft offenbar überreizt, legte sich auf die Rückbank.

Durch die Stadt wieder verkehrsmäßig angesogen, konzentrierte Fahrt über die Einfallstraßen, am Wasser einmal die Abfahrt verpasst, leichte Diskussionen mit Gattin („Du hättest doch…warum hast Du nicht..“). Dann doch die Kurve gekriegt. Relativ elegant noch den halbwegs optimalen Streckenverlauf gefunden.

Auto problemlos geparkt. Enspannt ausgestiegen. Geräkelt.

Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Karies, Wurzelentzündung und Skorbut

In der oberen Reihe hauste der Skorbut. Alles fiel vom Fleische.

Letzteres musste bis auf die Knochen abgetragen werden. Es gelang, auf den noch vorhandenen Gebeinen die Zähne zu rekonstruierten.

Jetzt sind diese Zähne wieder wie neu. Es darf wieder kräftig zugebissen werden. Die Kosten waren fürchterlich. Und keine Kasse zahlte einen Heller.

Aber noch während die ersten Kauversuche erfolgreich waren, stellte man in der Reihe darunter eine schwere Wurzelentzündung fest, einhergehend mit Karies und schwammigen Entartungen.

Der Zahn wurde ausgegraben und entfernt. Der Kollateralschaden ist sicht- und bezifferbar. Das Geld für die Kosten auf dem Behandlungsstuhl wird wohl auch dieses Mal noch aufgebracht.

Sogar das Gerüst, das der Dentist für seine Operationen aufbauen musste, wird gegen Ende des Sommers demontiert werden.

Jetzt haben wir noch eine Entzündung in der unteren Ecke.

Auch wenn es jetzt komisch klingt, aber das Problem wird hoffentlich durch eine Zwangsversteigerung gelöst.

Dann kriegen wir ein neues Kinn!

(Klicken Sie doch mal auf den Leonardo; da tritt Erstaunliches zu Tage!)

Weinfest an der Mosel

Ach war das schön, als beim Heimatabend der Mädchenchor dieses Lied anstimmte. Unsere Sause vom Vorabend, bei dem im „Rebstock“ so einiges zu Bruch ging, war schon wieder vergessen:

Im Krug zum grünen Kranze,
Da kehrt ich durstig ein;
Da saß ein Wandrer drinnen, drinnen
Am Tisch beim kühlen Wein.

Ein Glas ward eingegossen,
Das wurde nimmer leer!
Sein Haupt ruht auf dem Bündel, Bündel,
Als wärs ihm viel zu schwer.


Ich tät mich zu ihm setzen,
Ich sah ihm ins Gesicht,
Das schien mir gar befreundet, befreundet
Und dennoch kannt‘ ich’s nicht.

Da sah auch mir ins Auge
Der fremde Wandersmann
Und füllte meinen Becher, Becher
Und sah mich wieder an.

Hei! wie die Becher klangen,
Wie brannte Hand in Hand,
„Es lebe die Liebste deine, deine,
Herzbruder im Vaterland!“