Lesen in der Toskana

Von Freunden mal kurz auf ihr Anwesen in der Toskana eingeladen zu werden, ist schon eine schöne Sache…

…wenn sie dann auch noch so generös sind, den Flug aus dem kalten Norden zu organisieren, ein schönes Auto mit Chauffeur bereit zu stellen, damit man auch bequem zum Flughafen kommt und vom Flughafen Milano zum Anwesen in den Bergen…

…fühlt man sich wirklich gut aufgehoben.
Der Spaziergang durch die Latifundien…

…beleuchtet von den Strahlen den sinkenden Sonne…

…ist schon ein besonderes Erlebnis. Die Gastgeber sind der Welt der Literatur ergeben und bieten den Gästen…

…an völlig überraschenden Stellen des Weges…

…wunderschön in die Landschaft eingebettete Bibliotheken mit ausgesuchten Büchern jeglicher Provenienz…

…um empfindsame Geister nicht abzuschrecken, sind die Bücher scheinbar chaotisch angeordnet. Die Statik der Regale wirkt instabil. Das ist aber von dem renommierten Gartenarchitekten…

…durchaus beabsichtigt, um auch dem scheuen Leser Lust auf das Buch zu machen.

Die effektvoll drapierten Gartengeräte und sonstigen bibliotheksfremden Utensilien sollen den Geist einerseits von eingefahrenen Geleisen ablenken und andererseits neugierig auf das Unerwartete machen.

Man nimmt sich also sein Buch und setzt den Weg durch die Abendsonne fort.

Sagt die Lektüre nicht zu, wird man in kurzer Zeit andere Bücher in anderen Bibliothekshäuschen…

…finden und die Lektüre nach Belieben austauschen können.

Bestandteil eines jeden Häuschens ist ein Weinkeller, die die köstlichen Weine der Region…

…teilweise sogar aus dem eigenen Weinberg des Gastgebers zur freien Verfügung anbieten.

Wir bedanken uns auf das Herzlichste für diesen schönen Abend. Der Zwiebelkuchen war übrigens unübertrefflich!

Duplizität der Ereignisse

Vorgestern, in der Abenddämmerung, stadtauswärts, neben uns ein schwarzer Lamborghini Diablo.

Wir, in einem Golf II, daneben, an der Ampel.

Die Ampel springt auf Grün, die Erde bebt, der Diablo röhrt und entschwindet vor uns mit aggressivroten Lichtern.

An der nächsten Ampel ist der Diablo in unserer Spur direkt vor uns. Blubberndes Geräusch. Da, ha! Die beiden Autos haben Gemeinsames. Nicht nur das „KI“ im Kennzeichen ist identisch, sondern auch die „888“.

Die Ampel gibt wieder den Start frei und wir unterliegen erneut. Dann hat das Geschoss aus Sant’Agata-Bolognese einen Wagen zwischen uns gebracht. Werden wir das wieder gut machen können?

Nein, keine Chance. Der Schmierlappen im Cockpit (Klassifizierung durch meine Gattin) biegt rechts ab.

Wir müssen geradeaus weiter.

(Das Foto gibt leider nicht die obige Situation wieder)

Gäste


Das sind 33 Prozent der japanischen Gäste, bei uns zu Hause. Wir, die Eltern, waren bis Elf in der Kneipe und kehrten dann in unsere Heimstatt zurück. Jetzt sind sie weg, bis auf Yukiho („ho“ muss betont werden), die links auf dem Sofa sitzt, das ist „unsere“ Japanerin.

Heute abend hat uns Yukiho eine Suppe gekocht, die wir hörbar geschlürft haben. Sie sagte, dass es bei ihr zu Hause diese Suppe zum Frühstück gibt. In der Suppe schwamm Algen herum. Es schmeckte aber ein bisschen nach Grünkohl.

Yukiho – Ein Schiff – Ein Prominenter

Wo soll ich bloß anfangen, hach war das aufregend!

Am Tag nach der Ankunft von Yukiho aus Osaka schien die Sonne herbstlich schön. Wir brachen schon um Zehn zu unserer Sightseeing-Tour auf. In Friedrichstadt gondelten wir mit dem Tretboot durch die Kanäle und sahen

dieses Schiff, die „Frenga„, das ich als Totalkontrastschiff zur Color-Magic beschreiben würde.

In St. Peter-Ording war im Restaurant mächtig viel Betrieb. Frau, Tochter und Besuch aßen Bauernfrühstück und icke Hering (gebraten).

War alles etwas fettig.

Aber – und jetzt kommts – neben meinem Ohr sagte eine bekannte Stimme „Moin Moin“.

Ich blickte auf – Achtung! – es war Uwe Seeler, der die ganze Zeit als Gast hinter meinem Rücken gesessen hatte und jetzt das Lokal verließ.

Auf dem Rückweg zum Auto versuchte ich meine Begeisterung über diese Begegnung auf Frau und Kind zu übertragen. Es gelang mir aber nicht. Auf mehrfaches, ungläubiges Nachfragen bestätigte mir das Kind, dass sie noch nie etwas von einem Uwe Seeler gehört hätte.

Die Rückfahrt nach Kiel, über Schleswig und Schloss Gottorf verlief schön, aber ereignislos.

Unglaublich, dieser Tag.

Gespräche Begegnungen mit Prominenten


Also heute, da war ja was los in Kiel. Da wurde das neue Schiff, die Color Magic, von dieser schönen Frau aus Bayern, dieser Ve’onica Fe“es getauft. Mann, war das ein Gedrängel, da unten am Wasser. Aber die Ve’onica wurde ja auf riesigen Bildschirmen gezeigt, wie sie mit den Leuten redete und dann die Flasche Sekt an die Bordwand schmiss. Mit so einem Patent, damit die Flasche auch wirklich kaputt ging. Ich konnte nicht dicht genug rankommen um mit ihr zu reden. Aber die anderen, die Oberbürgermeisterin, der Besitzer von den Schiffen und der Ministerpräsident, der Peter Harry, die durften alle mit ihr reden. Und natürlich auch der Kapitän in seiner schönen Uniform. Ein Minister war auch noch da. Den hätten sie beinahe vergessen. Der durfte dann auch noch mit ihr reden. Es war ganz toll. Im Prospekt von der Schiffstaufe fand ich das auch noch ganz toll, dass Frau Fe“es auch noch für die Salbe werben darf, mit der sie sich zu Hause immer so schön macht. Ich finde das sehr fair, dass andere Frauen die jetzt auch kaufen können und damit ihre Falten weg machen können. Auf dem großen Bildschirm waren aber doch ein paar Falten bei der Ve’onica zu sehen. Aber das ist ja auch gemein, wenn ihr Gesicht so stark vergrößert wird, dass man dann doch ein paar Falten sieht.
Ich bin dann gleich nach Hause und habe ein Bild von den vielen Menschen mit den Bildern von der Ve’onica aus dem Prospekt zusammen geklebt. Ach ja, das Schiff habe ich auch noch da drauf geklebt. Ein schönes Schiff ist das.

Gespräche mit Prominenten


Meine Begegnung mit dem gestrigen Prominenten hat mich bis in die Träume verfolgt.

Heute Nacht wurde ich in das Kabinett des Dr. Schäuble vorgeladen. Ich stand dort, nackt, klein und zitterig vor dem Gewaltigen und seinem Gefolge.

„Wuestenfloh, Du hast Dir aus dem Internet ein Bildnis der Kanzlerin heruntergeladen und sie anschließend mit Photoshop entkleidet!

Was hast Du dazu zu sagen!“

Ich wachte schweißgebadet auf.

Ich habe dann gegrübelt und mir das Hirn zermartert, wie es zu diesem Traum gekommen sein könnte. Ein Foto der Kanzlerin downgeloadet?

Nie und nimmer nicht habe ich das getan. Viel zu brisant das, heutzutage. Dann ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen! Dieses Bild war es! Ja, dieses Bild hat mich im Traum heimgesucht:


(Quelle: Vintage Photographs)

Gespräche mit Prominenten

Prolog:
Christian Schröder vom NDR (auf Bild klicken!), am Hindenburgufer, Kinderwagen schiebend, gähnend. Ich, auf Inlinern, entgegenkommend. Gattin, neben mir, Rad fahrend.

Dialog:
Ich: „Müde?“
Schröder: „Ach ja, ein bisschen.“

Epilog:
Gattin: „Wer war das denn?“
Ich: „Christian Schröder!“
Gattin: „Ach so, hab‘ ich so schnell nicht gesehen.“