Was zum Nachdenken…

Neben uns saßen Kulturbürger. Kulturbürger haben im Grunde keine wirklichen Interessen oder Leidenschaften. Sie sitzen ausdruckslos, devot und ernsthaft im Restaurant, trinken teueren Wein und warten darauf, endlich den Weg auf die kulturelle Schlachtbank zu gehen.

Sie gehen ins Theater oder in die Oper weil das von Kulturbürgern so verlangt wird. Sie strahlen Hörigkeit aus, Hörigkeit den Theatermachern gegenüber, die sie damit begründen, dass der Intendant, der Regisseur oder der Dramaturg ja etwas können muss, wenn man ihn zu dem gemacht hat was er ist. Der eigene Geschmack, das eigene Interesse hat sich der Kunst der Theatermacher unterzuordnen, schließlich wissen die, was Kultur ist.

Ich frage mich, ob ich eine Meinung habe, bevor ich die Meinung Anderer höre oder lese. Würde mir gerne einbilden, dass es so wäre…

Nachtrag:

Unser liebes Stadttheater trägt eine nicht geringe Mitschuld an seiner heutigen Misere. Es hat sich selbst in Misskredit gebracht durch ästhetische Arroganz seinen Besuchern gegenüber. Indem es zu einer Selbstbefriedigungsmaschinerie verkommen ist: das Theater als Onanieranstalt für Regisseure (die nur noch der Programmzettel so nennt) – wer will schon als Zuschauer bei solchen Übungen stören?

Als Büromensch

empfinde ich diesen Bericht als ziemlichen Kontrast zu meinem täglichen Einerlei.

Hier, in warmer Stube, das Notebook auf den Knien, ein Jever in Reichweite, mit zwei weiblichen Familienmitgliedern, auch in Reichweite, die immer noch versuchen, an mir Verbesserungen vorzunehmen, will ich auch nicht klagen.

Es regnet und prasselt gegen die Velux-Fenster. Schön, dass die Häuser hohl sind.

Ski Heil!

Auf das Stichwort ‘Skilaufen’ hatten die netten Nachbarn gleich mehrere Stories parat. Wie sie im Sommer im österreichischen Dingsbumstal, wo es früher so schön war, nun auf einem betonierten trostlosen Parkplatz standen. Ein alter Mann, der seine Erinnerungen nicht mehr wieder fand, stand da und weinte. Alles gehe in den Alpen den Bach runter. Und auf dem XY-Gletscher, mitten im Sommer, wird jetzt auch gebrettert. Der in den Gaststätten von der Touristen abgelassene Urin verunreinigt nun das Trinkwasser aus dem Gletscher. Das hätte man nie zulassen dürfen. Recht haben sie.

Morgen geht es mit Jörns Skireisen in das Hotel Sonne in Sankt Lorenzen zum Kronplatz. Schnee und Pisten sind vorhanden. Schneekanonen haben die Situation sicher gestellt. Die Pisten sind präpariert und plattgewalzt. Wir werden raufliften und runterbrettern, dann wieder rauf und wieder runter, usw. Spass muss sein!

Nach der Weihnachtsfeier

Der Freitag nach der Weihnachtsfeier war ein Tag des Leidens, natürlich selbst verschuldet. Aquavit zwischen den Bieren! Wie konnte ich nur. Ich bin doch nun wirklich alt genug, um das zu wissen. Schwüre habe ich schon vor aller Welt geleistet, dass keine schlechten Sachen sich mehr in die Bierserie einschleichen werden. Aber, der Mensch, ich sage es mal allgemein, ist ein unvollkommenes Gebilde, er wird immer wieder sündigen.

Neben den körperlichen Leiden muss dann noch das Geflecht des Zwischenmenschlichen rekonstruiert werden, und das kann sich über einen Zeitraum von zwei, drei oder noch mehr Tagen nach der Feier hinziehen. Diese Zeit hat etwas Beunruhigendes. Aber, um es kurz zu machen, das häusliche, das kollegiale und das kneipische Umfeld blieb bei dieser Weihnachtsfeier unbeschädigt. Optimismus kämpft sich wieder an die Oberfläche.

Zu sehr dramatisieren will ich diese Thema nun auch wieder nicht. Die Ereignisse um meine Person herum sind nur marginal und fügen sich in das globale Thema ‘Weihnachtsfeier’ nahtlos ein. Dankbar verweise ich auf Walther und Willy (NDR), die Schlimmeres überstanden haben.

Iss was?

Seit dieses Weblog erdstrahlenfrei ist, scheint eine gewisse sterile Ruhe eingekehrt zu sein.

Was ist die Ursache?

Sollte die Sterilität zu Stillstand und Langeweile führen? Muss ein Weblog mit Erdstrahlen belastet sein, damit es schmutzig und dadurch auch wieder interessant wird?

Diese Frage muss aufgeklärt werden. Aus diesem Grund wird der Erdstrahlenschutzschild noch eine Weile aufrecht erhalten, damit der Vergleich mit anderen, belasteten Weblogs angestellt werden kann.