Mitten in der Stadt

Immer wenn ich auf Inlinern meine Runde drehe, komme ich zuerst den Westring entlang. Das ist ein breite, mehrspurige Strasse mit Mittelstreifen. Auf meiner Seite ist ein breiter, mit Betonplatten gepflasterter Bürgersteig, der sich sehr gut zum Inlinern eignet.

Wie man das so kennt, fahren auf der Straße zwar viele Autos, aber der Bürgersteig ist wenig benutzt. Er wirkt oft wie ausgestorben. Rechter Hand zieht sich über hundert oder zweihundert Meter eine dichte Hecke hin und hinter der Hecke befindet sich ein Sportplatz und etliche Schulgebäude.

An einer bestimmten Stelle besteht die Hecke aus Brombeersträuchern, dahinter ist ein vielleicht drei Meter breiter Rasenstreifen, der wiederum ein einstöckiges Gebäude, das als Schulklasse dient, abgrenzt.

Voriges Jahr hatten wir ja diesen bombastischen Sommer und als ich mit Töchterchen, die schon ein recht verständiges Mädchen ist, auf Inlinern dort vorbei lief, sahen wir die Brombeerbüsche und in den Büschen ganz viele vollreife Brombeeren und das mitten in der Stadt.

Wir konnten nicht widerstehen, und haben die Beeren gepflückt und sofort gegessen. Ich erinnerte mich an sonnige Kindertage, und auch bei Töchterchen, die als Stadtkind aufgewachsen ist, zeigte sich Freude über diese idyllische Ernte mitten in der Stadt.
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Gmail

Ein mir unbekannter Mensch hat mich eingeladen, einen GMail-Account zu eröffen.
Dieser Einladung bin ich natürlich sofort gefolgt und habe jetzt eine Mailbox, die 1000MB fassen kann. Meine erste Test-Mail an die neue Adresse mit lächerlichen 100 KB Anlage zeigt bei GMail eine Auslastung von Null Prozent an.
Was sind auch schon 100 KB. Nichts!

Was fange ich jetzt mit 1000MB an?

Kieler Woche

Nun ist doch mal was los in Kiel und was ist mit diesem Weblog?
Niemand, ausser dem wuestenfloh, kümmert sich. In Kiel brodelt es und nichts soll passiert sein? Das kann doch wohl nicht wahr sein!
Oder denkt ihr alle nur an Fußball und an nichts Anderes mehr?
Wo soll das noch hin führen. Da ist wohl nix mit der Steigerung des Bruttosozialprodukts.
Mensch!

Nix los..

Heute fand die Eröffnung der Kieler Woche statt. Und ich blieb zu Hause. Ist das nun ein Zeichen für kulturelle Weiterentwicklung oder etwas Schlimmeres?
Ich hol mir ein Bier (noch eins) und geh vor die Glotze. Mal sehn ob ich noch einen schönen Platz abbekomme!

Das sind vielleicht Probleme..

..ob denn nun der Hintergrund dieses Weblogs blau oder beige ist. Oder ob es wie eine Tapete aussieht oder wie ein blassgraues Bild.
Man könnte ja auch die Rauhfaserwand zu Hause digital fotografieren oder die Küchenkachel und mit dem Ergebnis dann den Webloghintergrund tapezieren.
Wie gesagt, es treibt einen um und um und nichts kommt dabei rum.
Wenn man nicht wirklich in das Rad der Geschichte greifen kann, bleibt eben dieses hier.

PS: Meine Texte finde ich übrigens etwas infantil. Das mag ich den anderen aber nicht sagen.

Glückliches Schleswig-Holstein!

Da saßen wir doch zusammen, überwiegend junge Leute, der Abend zeigte sich freundlich, das Wasser der Kieler Förde schwappte milde an die Spundwand des Hindenburgufers.

Die Gastronomie, ein Vorgeschmack der Kieler Woche, also die Krabben-Matjes-Champagner-Kette GOSCH von der Insel Sylt, versuchte uns mit Wein, der nicht kalt genug war, mit Pommes, die woanders knackiger sind und mit einer Nudel-Krebsfleisch-Kreation, die auch nichts Besonderes war, zufrieden zu stellen.

Die Umstände waren also günstig. Alle Voraussetzungen waren gegeben, um die Reize der Umgebung in sich aufzunehmen.

Da sage ich zu den Mit-Inlinern und -Inlinerinnen: „Guck mal da, die Justizministerin!!“.

Nur bei Rüdiger konnte ich mäßiges Interesse hervor rufen: „Wo denn?“.
„Da! Direkt am Tresen!“. Rüdiger: „Die mit den grauen Haaren oder die Andere?“.

Irgendwie war meine Prominenten-Erkenn-Energie verpufft. Rüdiger sagte sowas wie: „Ich kenn eigentlich nur die Energie-Leute, Müller, Voigt und so.. und ach ja, Heide Simonis..“

Dann hab ich mir auch gesagt, Minister kommen und gehen. Es gibt wohl Interessanteres.

Das Stichwort „Minister“ war dann aber doch der Anlass, kurz über diese Spezies zu reflektieren. Wir dachten angestrengt nach, wie dieser smarte Herr Finanzminister mit der orange-farbenen Fliege heißt, der gerade erst im Parlament brilliert hat. Wir waren fünf, und keiner kam auf seine verflixten Namen.

Mich hat es doch gewurmt. Schließlich platzte es aus mir heraus: „Stegner!!!“. Rüdiger stach mir fast mit dem Finger in die Augen: „Ralf!!“.

Ich war erleichtert. Schließlich ist besagter Herr doch irgendwie mein Chef.