…anrufe, läuft sie erst einmal zur Wohnungstür, weil sie denkt, dass jemand kommt.
Bis sie dann merkt, dass das Telefon klingelt, vergeht einige Zeit, in der man sich dann schon mal Sorgen machen kann, wo sie denn sein könnte.
Vorgestern hat sie mich als Schwager bezeichnet.
Heute, am Telefon, scheint alles in Ordnung zu sein.
Schwammnomaden…
…ist ja nun ein Wort, das bei Google einmalig ist.
Dieses Weblog hat es in die Global Community eingebracht. Meine Gattin nun hat mich ermutigt, den Begriff „Verfolgungsgeiger“ zu lancieren.
Der „Verfolgungsgeiger“ ist auf dem Foto links nicht zu sehen. Er war aber tätig. In jedem türkischen Nachtklub singt eine Dame in herzergreifender Weise. Und neben ihr, der Dame bedingungslos ergeben, geigt ihr ein Geiger mit geölten Haaren die passende Melodie zum Gesang. Jede noch so geartete Bewegung während des Vortrags der Dame, verfolgt er geschmeidig mit seiner Geige. Der Abstand seiner Geige vom Decolletée der Dame beträgt immer exakt 35,5cm.
Virtuelles Klassentreffen
In diesen harten, schwammigen Zeiten, bietet die Beschäftigung mit der alten Zeit einen gewissen Trost.
Es war eben die gute alte Zeit.
In Ruinen, Schlössern und alten Häusern….
…aber auch in ganz normalen Häusern wohnen die Fledermäuse.
Gerade heute nachmittag haben sie uns das im Regionalprogamm erzählt.
Dann haben wir noch einen ganz hervorragenden Film über „Die wunderbare Welt der Pilze“ im Dritten Programm gesehen. Wir haben jetzt volles Verständnis dafür, dass sich die Pilze im Gebälk unseres über hundert Jahre alten Mehrfamilienhauses wohl fühlen.
Bei einer Flasche Wein besiegte die Dunkelheit den Tag.
Plötzlich, ich friedlich auf dem Sofa, das wärmende Notebook auf dem Schoß, schreckte mich ein schrecklicher Schrei aus der trügerischen Ruhe.
Ein Schrei, ganz anders als die Schreie, die ausgestoßen werden, wenn Frauen durch eine Motte oder eine große Mücke überrascht werden.
Dann zwei Schreie gleichzeitig, aus den furchtsamen Kehlen einer Gattin und einer Tochter ausgestoßen.
Mein offenbar genetisch verankerter Beschützerinstinkt veranlasste mich zu rufen „Was ist denn da los?“. Gleichzeitig befreite ich mich vom Notebook und wollte mich in die Richtung der Rufe begeben.
Da kam ein flatteriger Schatten lautlos um die Ecke geflogen und kreiste berührungslos im Wohnzimmer.
Es war, da gab es keinen Zweifel, eine Fledermaus.
Ich kann nur wiederholen, dass das Tier nicht ein einziges Mal gegen eine Fensterscheibe oder ein Möbel geprallt ist.
Das Tier erholte sich einmal kurz auf einem Schrank, flog dann weiter und verschwand dann, scheinbar unwillig, durch die Balkontür in der regnerischen Nacht.
Ich hoffe nicht, dass die Fledermaus in unserem Haus schon eine Ruine sieht.
Hindenburguferisches
Da gehste am Hindenburgufer so vor dich hin, alles ist still, die Nebel wallen, ein kleiner Dampfer tuckert vorbei. In allen Wipfeln ist Ruh.
Plötzlich Hubschraubergeknatter über riesigen Segelbooten, auf denen hektische Menschen an Kurbeln herumdrehen. Um die Boote herum motoren Schlauch- und andere Boote.
Schwammnomaden
Wir sind die Schwammnomaden.
Wir sind flexibel. Deshalb ziehen wir für die Dauer der Sanierung unserer eigenen Wohnung in das Schleusenkammertor da oben ein. Der alte Schleusenwärter hat uns angeboten, dass wir in seinem alten Schleusenwärterhäuschen, gleich auf der Pier, ab und zu mal duschen dürfen. Und wenn es denn kalt werden sollte, können wir uns da auch mal aufwärmen.
Na gut. Das war jetzt eben ein Witz.
Kein Witz ist, dass wir Schwammnomaden sind, die für sechs Monate in ein leer stehendes ehemaliges Steuerberatungsbüro einziehen werden. Wir drei können uns auf 220 Quadratmetern in sieben (oder acht?) Zimmern ausbreiten. Wir werden u.a. ein Herren- und ein Damenklo benutzen können.
PS: Habe soeben festgestellt, dass das Wort „Schwammnomade“ noch nicht bei Google bekannt ist.
Aus dem Leben eines Wüstenflohs…
Gigantic desert fleas live in the hottest areas of the Bin es Sha, the southwestern sand desert of Goblugin. During the day they frequently bury themselves deep in the sand and at twilight they become very active, using their enormous takeoff legs to cover great distances.
Wenn der Wüstenfloh auf sich allein gestellt ist, hat er Probleme:
Später ist er dann verblichen:
Der Wüstenfloh
Der Wüstenfloh im Wüstensand
blickt unverwandt zum Himmelsrand.
Kein Wanderer, kein Reiter!
Der Wüstenfloh übt sich im Sprung,
er federt hoch. Das hält ihn jung,
auch sieht er etwas weiter.Der Wüstenfloh hört jeden Schritt,
kriegt jeden Ritt von ferne mit.
Er hofft auf Karawanen.
Doch langsam wird der Boden heiß.
Der Wüstenfloh schlägt einen Kreis
und sehnt sich nach Schamanen.Wenn einer käm’ mit Zauberspruch
und einem frischen Blutgeruch!
Das wäre jetzt die Rettung!
Der Floh sieht einen Wüstenspuk.
Es naht ein müder Sklavenzug
in schrecklicher Verkettung.Nun hüpft er hoch und springt ins Licht –
doch findet er die Männer nicht
und landet auf zwei Knochen.
Er hockt auf bleichendem Gebein.
Enttäuschung macht den Floh ganz klein.
Er hungert schon seit Wochen.Am Abend in der Dunkelheit
erscheint ein Scheich im weißen Kleid.
Man hört den Boden beben.
Der Wüstenfloh mit letzter Kraft
hat einen steilen Sprung geschafft.
Doch landet er daneben:
Er ist nicht mehr am Leben.
Aus der Serie: Anderen geht es viel schleichter…
Hier redet man über Gewalt wie übers Wetter
Sommer
Wenn die ‚Kinder‘ Ferien haben, hocken sie doch noch gerne beisammen. Beispielsweise im Schrevenpark, Kiels Grillplatz für Hinz und Kunz. Das Gewitter hatte die ganze Bande zu uns in die Durchfahrt getrieben.
Zunächst waren sie noch unter adulter Aufsicht (was machten die Großen auf dem Hof? Grillen natürlich!).
Später dann hatten die abgeschlafften Alten sich in die überhitzten Wohnhöhlen begeben. Die Session in der Durchfahrt endete so zwischen zwei und drei Uhr morgens. Die sanitären Einrichtungen im vierten Stock waren eine Zeitlang öffentlich. Durch Intervention des Haushaltsvorstands (er wurde richtig muffig) wurde das Klo dann wieder privatisiert.
Während die ‚Kinder‘ in dieser Nacht keinen Ruhe störenden Lärm verursachten, haben wir zwei Tage später, kurz nach Mitternacht, die Polizei gebeten, die Besoffenen bei uns in der Strasse zur Räson zu bringen.
So um acht Uhr hatten sie begonnen, karaokemäßig bei aufgesperrten Fenstern zu grölen. Das zog sich ununterbrochen, immer lauter und immer schlechter, bis Mitternacht hin. Die Polizei meinte am Telefon ganz humorig: „Vier Stunden Karoake? Ok, das werden wir jetzt mal beenden!“.
Das hat dann auch einwandfrei geklappt.
PS: Ich verstehe nicht, dass die Leute, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Krachmacher wohnen, nichts unternehmen. Haben die Angst vor Repressalien?