Jürgen Drews

Diese Frage hat mich vor einiger Zeit umgetrieben:

So hat mich z.B. die Frage beschäftigt, ob Jürgen Drews und ich in Schleswig einen gemeinsamen Frisör gehabt haben, nämlich Egon Borstel. Das kann um 1960 herum so gewesen sein, zumal Jürgen in der Straße gewohnt hat, in der auch Egon Borstel seinen Salon gehabt hat. Wäre es nicht aufregend, das noch einmal herauszufinden? Die in der Nacht schon vorformulierte Email an Jürgen werde ich natürlich nicht abschicken. Im Lichte des Morgens besehen, ist das total bescheuert.

Diese Frage also, ob Egon Borstel unser gemeinsamer Frisör gewesen ist, kann ich heute mit einem eindeutigen JA beantworten.

Und das kam so:

Jürgen Drews ist in der Kunsthalle in Kiel aufgetreten, kam vom Podium runter, bewegte sich in meine Richtung und wurde von mir mit folgenden Worten angesprochen:

Du, Jürgen, hast du dir auch von Egon Borstel in der Bellmannstrasse die Haare schneiden lassen?

Jürgen D. stutzte, dann grinste er und sprach die Worte:

Ja klar! Das erste Mal hatte er mir so einen Pisspottschnitt verpasst, dass ich am nächsten Tag nicht in die Schule gehen mochte. Später aber hat er das ganz gut gemacht.

PS: Auf dem Podium gab JD, der bis auf läppische acht Monate genau mein Alter hat, alles. Schließlich war er ja auch als Kunstmäzen geladen worden. Frau, Kind und Hund wurden uns auch vorgestellt. Auch die Zusatzaustattung seiner Frau Ramona mit Silikon wurde von JD lobend erwähnt.

Ingo Greggers gehört auch dem illustren Kreis der Borstel-Kunden:

Egon Bostel war auch mein Friseur; jedes Mal, nach dem er mich auf den Kinderstuhl gehievt hatte und anfing den Friseurumhang zuzumachen sagt er: „Wenn ich den Knoten zu fest mache und du keine Luft mehr kriegst, dann musst du Pfeifen!“.

Fußball

Also, dass „wir“ gewonnen haben, find ich ganz ok.
Netzer hat nachgedacht, und fand doch, dass der Odonkor eine gute Wahl war.
Neuville war ein „bisschen glücklich“.
Der spricht ja nur gebrochen Deutsch, der Neuville.
Klinsmann ist stolz, dass die Spieler sich verreißen.
Es wird immer Spiele geben, die Zunull gehen könnnen, sagt Klinsmann.
Offensive Momente kamen nur über links, sagt die …dings.
Görlitz kommt aus Ballack…Schei..e. Die Hebamme weiß es besser.
Odonkor kann sein Gefühl nicht beschreiben. Er ist aber froh, dass sie das Spiel gewonnen haben. Riesig! Einfach riesig, dass sie das Spiel gewonnen haben.
Odonkor heißt David.
David freut sich riesig, dass sie das Spiel gewonnen haben.
Die Mannschaft hat bis zum Schluss daran geglaubt, dass das Spiel zu gewinnen ist, sagt Schweinsteiger.
Schweinsteiger sagt, dass sie das nächste Spiel auch gewinnen wollen.
Was sagt eigentlich der Stoiber zu dem Ergebnis? Ist da was bekannt?
Die Merkel hat sich auch gefreut. Das war zu erkennen. Ich dachte schon, dass sie dem polnischen Dingsbums einen Bussi gibt. Hat sie aber nicht. Ihr Mann hätte vielleicht einen bekommen. Wenn er da gewesen wäre. War er aber nicht.

Neues von JJ1


JJ1 hat sich – unglaublich – immer dann, wenn Fußballspiele übertragen wurden, etappenweise nach Kiel durchgeschlagen. Wohlmeinende, aber moralisch fehlgeleitete Tierfreunde haben den Bären betäubt, als Teddybär verkleidet (oben rechts) und wieder freigelassen.

Er hatte sich zuletzt in Kiel hinter dem Stein (oben links) versteckt, wurde aufgeschreckt und hat sich dann in der Kieler Lavendelplantage (Bildhintergrund) versteckt. Bedauerlich ist natürlich, dass er sich ein Mädchen aus dem Kieler Puff (Bildmitte) als Notration gegriffen hat. Nicht nur die Polizei, auch die osteuropäischen Loddels suchen jetzt nach dem Mädchen.

Mir wurde die Information zugespielt, dass Kieler Bärenfreunde JJ1 gefunden haben und versuchen, ihn mit der Fütterung von Heringen davon abhalten, das Mädchen zu verzehren.

Mannomann ist das heiß hier!

Dieses Statement des Bayerischen Ministerpräsidenten muss man sich unbedingt anhören (Da wusste er noch nicht, dass der Bär jetzt in Kiel ist).

(Vielen Dank, Moni)

Unsere WeEmm

Fussball macht uns (Ehepaar, konventionell, beide hetero) wenig an. Aber die Umstände brachten uns doch dazu, das Eröffnungsspiel zu konsumieren.

Was würden Sie denn sagen, wenn die Hausverwaltung schreibt, dass man die Wohnräume (die eigenen) nicht betreten darf, weil der Boden, auf dem man sich im vierten Stock eines alten Hauses bewegt, marode ist?

Die Bauarbeiter unter uns versicherten aber, dass das Schlafzimmer bis auf Weiteres doch benutzt werden darf.

Der Mensch (ich) schleppt also den Fernseher – schön vorsichtig – aus dem Wohnzimmer in das Schlafgemach, stellt ihn auf, schaltet ihn ein, legt sich mit ner Flasch Bier aufs Bett und kuckt.

Die Gattin holt sich einen bequemen Stuhl, rückt die beiden Teddybären zurecht (ganz alte, aus der Kindheit), damit die auch etwas von dem Spiel haben und assistiert wohlwollend dem Spielbetrieb (holt ein Bier).

Später, in der Dunkelheit, das Kind ist auch schon gekommen, lässt in der Straße jemand klassische Trivialmusik und später Wagnerianisches so laut auf die Menschheit los, dass die Polizei kommen muss.

Bauarbeiten im Haus machen leidensfähig.

Diogenes am Hindenburgufer


Stellt doch am Pfingstmontagnachmittag einer seinen Golf direkt vor unsere 4 Nasen und versperrt uns die Sicht auf das Wasser. Wir, die wir unter dem Zelt da rechts sitzen (das Bild ist ein älteres), beanstanden dieses Tun, weil wir a) die Aussicht auf einen Golf nicht gut finden und er b) an der Stelle sowieso im Halteverbot steht!

Der Typ (ein Arsch) will sich noch über uns lustig machen, murmelt aber nach meiner Verbalinjurie „Rücksichtsloses Verhalten“ halblaut „..das sind dumme Leute..“ zu seiner ihm ergebenen Frau und stellt das Auto dann doch weg.

Eine Paar, das hinter uns am Tisch sitzt, ergreift allerdings die Partei des Golffahrers mit der Bemerkung „Lassen Sie ihr Auto ruhig dort stehen!“ und macht sich auf die Weise ebenfalls unbeliebt!

Welche Partei, liebe Blogleserinnen und Blogleser, hätten Sie ergriffen?

Zusatzinformation:
Das rote Auto (oder ein anderes Auto) war zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht präsent.

Noch eine Zusatzinformation:
Der Wirt besitzt mehrere Uboote, was aber wahrscheinlich keine Einfluss auf Ihre Enscheidung hat.

Zusatzinformation zu den Zusatzinformationen:
Dieser Eintrag am Sechsten Sechsten Nullsexchs musste einfach sein. Lassen Sie sich auch dadurch nicht in ihren freien Entscheidung stören.

Grüner Veltliner

Ich weiß jetzt ja nicht genau, wie das Testspiel mit Kolumbien ausgefallen ist. Der letzte Stand war Zweizunull.

Dann gabs einen Film bei Arte, in dem exemplarisch vorbildlich gestorben wurde. Zum Schluss wurde so richtig schön abgelebt, die Sonne schien durchs Fenster, die Sterbende starb, wie Goethe, mit dem Blick ins Licht.

Die Familie und assoziierte Personen waren um das Bett versammelt. Der ehebrecherische Chefarzt unterlag im Wettbewerb dem ehrlichen Sohn der Verstorbenen, der nach der ergreifenden Beerdigung mit einem substantiellen Kuß der Krankenschwester belohnt wurde.

Nach Filmende darf man die Handlung so extrapolieren, dass man sich eine Ehe der Krankenschwester mit dem Sohn, einschließlich glücklicher Kinder, vorstellen darf.

Nun läuft ein Film über das Thema Menopause, das durch stimmige Bilder und jede Menge Expertinnenstatements gewürzt ist. Mir als Mann ist unter dem Einfluss von Grünem Veltliner nicht mehr die vollen Konzentraztionfähigkeit möglich.

In diesem Zusammenhang bin werde ich hier jetzt einen Link unterbringen, der von verschiedenen bedeutenden Bloggern schon empfohlen wird und den ich, ganz bestimmt, auch nutzen werde!

Afrika

Hier haben wir nun in wenigen Tagen den Monat Juni erreicht.

Der Sturm heult um die Dächer, es regnet alle 30 Minuten und kalt ist es auch noch.

Meine alte Mutter müssen wir wohl näher zu uns holen, Wohnungssuche ist angesagt und ob alles klappt, weiß man auch nicht.

Beschäftigen wir uns also lieber mit Afrika.

Wir alten Säcke, die wir 1960 und 1961 den Mittelschulabschluss gemacht haben, sind ja noch überwiegend am Leben und erinnern uns an die alten Zeiten. Das ist wohl ein Phänomen, das die Männer (und Frauen?) erfasst, wenn ein gewisses Alter erreicht wird.

Klassentreffen werden veranstaltet, alte Fotos hervorgekramt und neue Bilder geknipst. Wir kriegen das ja hin, mit unseren Scannern und Digis. Einige von uns haben ja noch den Anschluss an die neue elektronische Zeit hinbekommen.

Die verdienstvollen Organisatoren der Klassentreffen haben mit detektivischen Methoden fast alle Kumpels von damals ausfindig gemacht. Einige wenige der Jungs sind schon in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Aber dann sind da noch zwei oder drei, deren Spuren ganz verloren gegangen sind.

Einer davon ist Horst Makoben.

Im ‚Virtuellen Klassentreffen‚ stand sein Name in der Liste (in der ‚Sidebar‘), ein aus dem offiziellen Klassenfoto herauskopiertes Bild von 1961 war dabei und Wolfgang Kather hatte im Kommentar geschrieben:

Horst „Bulle“ Makoben ist „verschollen“, wir kennen seine Adresse nicht. Die beiden Horst Makoben die die Telekom-Auskunft ausweist haben nichts mit unserem „Bulle“ zu tun. Vielleicht weiß ja jemand etwas von ihm.

Und dann, eines Tages, trägt sich Horst Makoben mit folgendem Kommentar ein:

Es gibt mich noch.Zur Zeit arbeite ich für meine Firma Bilfinger Berger AG in Nigeria ( Westafrika ). Erreichbar bin ich über meine E-Mail-Adresse.

Und nun sind wir in Afrika!

Wir befinden uns in Lagos, wo Horst mit seiner Ehefrau lebt:

Hallo Wüstenfloh, im Berger Camp in Abuja war ich von 1990 bis 1992. Anschliessend war ich in Warri und auf Bonny Island. Mein jetziger Standort ist Lagos. Dort lebe ich mit meiner Frau im Beachland Estate, Berger Compound. Ich werde den Pathologen mal anschreiben zwecks eines Treffens in Lagos.

Der Pathologe hat nun gar nichts mit uns alten Knackern zu tun. Er ist wohl eher ein junger Mann, den sein Job nun allerdings ab und zu nach Afrika verschlägt.

Er weilt gerade in Abuja, der Hauptstadt Nigerias. Ich habe ihn von Weblog zu Weblog sozusagen auf die Spur des Horst Makoben ‚gehetzt‘. Der Pathologe hat die Witterung aufgenommen und (wir wissen jetzt warum) in Abuja keine Spuren des Horst Makoben mehr aufnehmen können.

Aber, wer weiß, vielleicht kommt es zu noch zu einem Treffen der beiden Männer, unter Palmen und sengender Sonne im Herzen des schwarzen Kontinents!

Oder in einem gemütlichen kleinen Café mitten in Lagos: